Studieninhalte

Die Prozesse und Herstellungsverfahren in der stoffumwandelnden Industrie, sei es chemische Industrie, Umwelttechnik, Lebensmittelherstellung, Oberflächentechnik oder Pharmazie zeichnen sich durch zunehmende technische Komplexität und durch eine sowohl innerbetrieblich als auch zwischenbetrieblich hohe Vernetzung von Teilprozessen aus. Aus diesem Grund werden vermehrt Mitarbeiter benötig, die in der Lage sind, komplexe Gesamtprozesse zu analysieren, zu gestalten und zu optimieren.

Gleichzeitig werden von Industrie, Verbrauchern und Gesetzgebern weltweit verbesserte Verfahren benötigt und gefordert, die Ressourceneffizienz mit geringer Umweltbelastung bei hoher Wirtschaftlichkeit verbinden.

Der Begriff der "nachhaltigen Prozessverfahrenstechnik" macht deutlich, dass es sich um einen Studiengang handelt, der auf die produzierende Industrie orientiert ist. Die Notwendigkeit des Zusammenwirkens unterschiedlicher Disziplinen und der "Blick fürs Ganze" zieht sich als roter Faden durch die Prozessverfahrenstechnik. Die Prozessverfahrenstechnik erfordert neben der theoretischen Durchdringung der Lehrinhalte bei der Konzipierung die Berücksichtigung der Prozesskette ausgehend vom Edukt hin zum lager- und verkaufsfähigen Produkt. Dabei soll der Grundsatz der Nachhaltigkeit als Leitlinie gelten, d.h. die Herstellung eines Produktes soll unter dem Aspekt der maximalen Ressourcenschonung und einer minimierten Umweltbelastung betrachtet werden. Dies erfordert die Fähigkeit zur Beurteilung von Umweltauswirkungen und zum Vergleich von Verfahrensalternativen sowie Kenntnisse in Bereich der Prozessoptimierung. Nur dadurch wird es möglich, einen optimalen, energie- und ressourcensparenden Gesamtprozess zu konzipieren.

Durch Simulationen und eine adaptierte Mess- und Regeltechnik lassen sich wirtschaftliche Potentiale heben und Wettbewerbsvorteile realisieren. Speziell die immer kürzer werdenden Produktzyklen zwingen zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Produkte. Durch eine gezielte Veränderung der Mikrostrukturen von Produkten ergeben sich häufig neue Produkteigenschaften oder Anwendungsmöglichkeiten ohne jegliche Veränderung der chemischen Struktur des Wert- oder Wirkstoffes. Dabei spielen Grenz- und Oberflächenphänomene hinsichtlich der Erzeugung neuer anwendungstechnischer Eigenschaften eine wesentliche Rolle.

Die Absolventinnen und Absolventen sollen in der Lage sein, die vielfältigen Prozesse der verschiedensten Branchen zu überblicken und sich bei Bedarf in neue Themen wissenschaftlich fundiert einarbeiten zu können. Sie sollen dabei Methoden zur Verfügung haben, die es erlauben, die komplexen, vernetzen Prozesse systematisch zu analysieren und selbst zu gestalten. Dabei sollen sowohl technische Aspekte als auch ökologische und ökonomische Randbedingungen kompetent behandelt werden können.

Die Fähigkeit zur fachlich fundierten Kommunikation und Zusammenarbeit mit Kollegen, insbesondere mit Kollegen aus anderen Disziplinen, erweist sich zunehmend als Schlüsselqualifikation. Diese Eigenschaften werden im Studium gezielt gefördert und durch ein Projektstudium vertieft.

 

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Prof. Dr.-Ing.
Ulrich Bröckel
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