„Sustainable Change – Vom Wissen zum Handeln (M.A.)“ – erfolgreicher Start für neuen berufsbegleitenden Master-Studiengang!

Vom 11. - 13. März 2016 fand die erste Präsenzveranstaltung des neuen, berufsbegleitenden Master-Studiengangs „Sustainable Change – Vom Wissen zum Handeln“ an der Europäischen Akademie in Otzenhausen im Rahmen des Kolloquiums für den wissenschaftlichen Nachwuchs statt.

Abb. 1: Die ersten Erstsemester. Foto: Hannes Petrischak.

Insgesamt 15 Studierende haben das Studium zum Sommersemester 2016 aufgenommen und konnten gleich zu Beginn ein Highlight erleben: Die Teilnahme am dreitägigen Kolloquium für den wissenschaftlichen Nachwuchs zum Thema „Wege aus der Wachstumsgesellschaft“ in der Europäischen Akademie Otzenhausen bot die Möglichkeit, Vorträge von herausragenden Persönlichkeiten zu hören.

Besonders anregend war der Vortrag von Prof. Dr. Harald Welzer, dem Direktor von „FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit“ und wissenschaftlichen Leiter der Veranstaltung, der unter dem Titel „Weniger ist weniger“ nachdenklich stimmende Geschichten über unseren oft geradezu absurden Umgang mit scheinbaren Wachstumszwängen erzählte.

Abb. 2: Prof. Dr. Harald Welzer. Foto: Hannes Petrischak.

Prof. Dr. Hartmut Rosa begeisterte die Zuhörer in einem Abendvortrag mit seinen Ausführungen über Resonanz als Baustein einer Soziologie des guten Lebens: Was uns im Innern anspricht, Emotionen auslöst und uns wirklich wichtig ist, entspricht gerade nicht dem alles beschleunigenden Wachstumsdogma. Rosa lehrt Allgemeine und Theoretische Soziologie an der Universität Jena und ist Direktor des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt.

Prof. Dr. Hans Diefenbacher, stellvertretender Leiter der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft am Institut für interdisziplinäre Forschung e.V. (FEST) in Heidelberg, referierte am zweiten Tag über das „Arbeiten in der Postwachstumsgesellschaft“, Prof. Dr. Niko Paech vom Lehrstuhl für Produktion und Umwelt (PUM) an der Universität Oldenburg schloss die Vortragsreihe mit seinem Beitrag über Postwachstumsökonomie ab. Paech stellt als wohl konsequentester Protagonist der Postwachstums-Wissenschaftler den Prosumenten ins Zentrum seiner Betrachtungen einer zukunftsfähigen Welt, der neben einer deutlich reduzierten Erwerbsarbeit unter anderem auf die Eigenreparatur langlebiger Produkte sowie das Teilen und den Austausch mit Nachbarn und Freunden setzt.

Inspiriert von den Vorträgen, präsentierten die Arbeitsgruppen aus Doktoranden und Masterstudierenden vieler verschiedener Hochschulen im Kolloquium erarbeitete Ideen zum Übergang in die Postwachstums-Gesellschaft. Klaus Wiegandt, Stifter und Vorstand von Forum für Verantwortung und ehemaliger Sprecher des Vorstandes der METRO AG, wird mit seiner Stiftung nach dieser bereits zum 5. Mal ausgerichteten Veranstaltung auch im kommenden Frühjahr wieder ein solches Kolloquium in der Europäischen Akademie Otzenhausen ausrichten.

Abb. 3: Klaus Wiegandt. Foto: Hannes Petrischak.

Parallel zum Programm des wissenschaftlichen Kolloquiums erarbeiteten die Master-Studierenden erste inhaltliche Aspekte und erhielten einen Überblick über die Themen der Module des ersten Semesters, die in den insgesamt vier Präsenzphasen des Sommersemesters behandelt werden:

  • In Modul 1 „Das System Erde“ erlangen die Studierenden Kenntnisse über die globalen Ökosysteme und deren Bedeutung für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen. Modulverantwortlicher ist Dr. Hannes Petrischak.
  • In Modul 2 „Ökonomische Systeme“ erarbeiten die Studierenden, unter Leitung der Herren Prof. Dr. Klaus Helling und Prof. Dr. Dirk Löhr, Möglichkeiten, wie Unternehmen und wirtschaftspolitische Institutionen nachhaltig gestaltet werden können.
  • In Modul 3 „Soziopolitische Systeme“ ergänzt Michael Matern schließlich den politischen Aspekt und behandelt grundsätzliche Fragestellungen der politischen Philosophie.
  • Modul 4 „Mut zur Nachhaltigkeit“, ebenfalls unter Leitung von Herrn Dr. Hannes Petrischak und Michael Matern, basiert auf der Initiative „Mut zur Nachhaltigkeit“, einer bundesweit angelegten Bildungsinitiative, die die Menschen zu einem verantwortungsvollen Handeln im Umgang mit unserer Erde bewegen soll und mehrfach als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) ausgezeichnet wurde.

 

Abb. 4: Die Dozenten der ersten Präsenzphase Dr. Hannes Petrischak, Michael Matern,
Prof. Dr. Löhr und Prof. Dr. Helling (v.l.). Foto: Yvonne Riefer.

Im folgenden Wintersemester erhalten die Studierenden dann die Möglichkeit, die Themen zu vertiefen und einen Schwerpunkt für das dritte Semester zu wählen. Inhaltlich werden bei den Modulen Nachhaltige Techniksysteme, Ökonomischer Wandel, Soziopolitischer Wandel sowie gemeinsame Exkursionen im Fokus stehen.