Fachliche und überfachliche Qualifikationsziele

Die Anforderungen des Berufslebens ändern sich beständig. Immer mehr Berufstätige müssen mehrmals in ihrem Leben ihre Schwerpunkte wechseln und sich in eine neue Materie einarbeiten. So unabdingbar spezialisiertes Fachwissen ist, so schnell kann es entwertet werden. Es ist daher besonders wichtig, die (innere) Flexibilität zu schaffen, neue Optionen ergreifen und Chancen nutzen zu können. Zudem wird insbesondere von Führungskräften mittlerweile ein Blick über den Tellerrand erwartet. Der Manager unterscheidet sich durch seinen Situationsüberblick und das daraus abgeleitete strategische Handeln vom Sachbearbeiter. All dies ist vor einer immer größeren Relevanz nachhaltigkeitsbezogener gesellschafts- und unternehmensbezogener Probleme zu sehen.

Dementsprechend ist es Zielsetzung des Studiums, fachspezifische Expertise mit einem hohen Grad an universellem Wissen im Bereich der Nachhaltigkeit zu vereinigen.

Die Universalität soll einerseits durch die Betrachtung der Schwerpunktthemen aus dem Blickwinkel der verschiedenen Nachhaltigkeitsdimensionen erfolgen (Ökologie, Ökonomie, Soziales). Andererseits spielt das Studium Generale, das in der vierten Säule festgelegt ist, eine besondere Rolle.

Über die Reihenfolge des Studiums mit den Schritten Überblick-Vertiefung-Anwendung-Reflexion sollen die Studierenden einerseits auf die Applikation des erworbenen Wissens im Beruf, andererseits auch auf eine eventuelle spätere wissenschaftliche Vertiefung im Rahmen einer Promotion vorbereitet werden.
Das Studium soll zu diesem Zwecke einen Überblick über Grundlagen der Nachhaltigkeit aus den verschiedensten Perspektiven bieten. Dabei sollen problemorientierte Zugänge zu den diversen Bereichen eröffnet werden (Problemlösungskompetenz).

Ebenfalls von hervorgehobener Bedeutung ist die Entwicklung von Gestaltungskompetenz. Dies beginnt mit der Studienkultur. Es wird großes Gewicht auf ein selbstorganisiertes Studieren und gestalterisches Engagement gelegt. Dies betrifft v.a. die Mitbestimmung von Seminar- und Projektinhalten, die so wenig wie möglich von den Lehrenden vorgegeben und stattdessen von den Studierenden selber erarbeitet werden sollen.


Förderung des gesellschaftlichen Engagements und der Persönlichkeitsentwicklung

Die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung in nachhaltigkeitsbezogener Hinsicht ist ein zentrales Anliegen des Studiengangs. Der kritische Blick auf unser derzeitiges Wirtschaftsmodell und die eingeforderte Offenheit auch gegenüber diesbezüglich heterodoxen Positionen soll dazu beitragen, scheinbar Selbstverständliches kritisch zu hinterfragen. Dies beginnt bei der Verantwortung der einzelnen Person und geht hin bis zu Fragen der Gestaltung des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Systems. Über die Entwicklung der Gestaltungskompetenz sollen die Studierenden dazu angehalten werden, angesichts der existierenden Problemlagen konstruktiv die anliegenden Zukunftsaufgaben mit anzugehen und die Zukunft in nachhaltigkeitspolitischer Hinsicht auf verschiedenen gesellschaftspolitischen Ebenen mit zu gestalten.


Interkulturelle Kompetenzen

Über die politischen, sozialen und kommunikationswissenschaftlichen Unterrichtsinhalte, die Unterrichtseinheiten in englischer Sprache und die Möglichkeit, einzelne Module an ausländischen Partnerhochschulen zu absolvieren, werden interkulturelle Kompetenz und interkulturelles Verständnis gefördert. Auch das Studium Generale trägt hierzu bei, etwa im Rahmen von Exkursionen zum Europäischen Parlament und ähnlichen Vorhaben.