2. Rechercheziel: wissenschaftlich relevante Literatur

Endlich – die erste Fassung Ihrer Arbeit steht! Sie haben fünfzehn Seiten Text geschrieben. Das Literaturverzeichnis enthält vier Einträge, darunter das Vorlesungsskript Ihrer Dozentin. Alle Dokumente sind älter als fünf Jahre, zur Ergänzung haben Sie einige aktuelle Wikipedia-Links in die Fußnoten gesetzt. Sind Sie also auf gutem Weg? Oder sollten Sie versuchen, weitere Quellen zu finden?

In dieser Einheit wird auf die Frage eingegangen, welche Quellen üblicherweise Ziel einer wissenschaftlichen Recherche sind und welche allgemeinen Vorgaben sie erfüllen sollten. Zudem werden einige nützliche Begriffe aus der Welt der wissenschaftlichen Literatur vorgestellt.


2.1 Quellen und Literaturverzeichnis

Beim Schreiben Ihrer Seminar-, Abschluss- oder Doktorarbeit werden Sie auf verschiedene Arten von Quellen zurückgreifen. Je nach Aufgabe, die diese Quellen übernehmen, können sie in Primär-, Sekundär- und Tertiärquellen unterteilt werden:

  • Primärquellen: Quellen, die (a) den Untersuchungsgegenstand Ihrer Arbeit bilden (z. B. literarische Werke, Gesetzestexte), oder (b) themenbezogene Rohdaten enthalten (z. B. Sammlungen von Mess- oder Laborwerten).

  • Sekundärquellen: Quellen, die das Thema Ihrer Arbeit in Form von Beschreibungen, Analysen oder Interpretationen etc. behandeln und Ihnen als Diskussionsgrundlage dienen (z. B. Fach­zeit­schrif­ten­artikel, Fach­bücher, Ge­setzes­kom­men­tare).

  • Tertiärquellen: Quellen, die Ihnen helfen, Primär- und Sekundär­quellen zu finden, jedoch selbst nicht diese Rol­le über­nehmen. Dazu zählen: (a) Such­werk­zeuge (z. B. Bi­bliotheks­ka­talo­ge, Such­maschinen) und (b) Einführungs­texte mit Fachaus­drücken und Literatur­hinweisen (z. B. Wiki­pedia-Ar­tikel, Vor­lesungs­skripte).

Zwei Beispiele:

  • Thema 1: Ein­fluss der SARS-Epi­de­mie auf die ost­asi­atisch­e Flug­in­dus­trie im Jahr 2015
    primär Pas­sagier­da­ten von Sin­ga­pur Air­lines, Ko­re­an Air etc.
    sekundär Fach­zeit­schrif­ten­auf­satz "The Ef­fects of SARS on the Chi­nese Tou­rism In­dus­try" (Oli­ver Dom­bey)
    tertiär Wiki­pe­di­a-Ar­ti­kel "Schwer­es A­ku­tes Atem­wegs­syn­drom"

  • Thema 2: Qua­li­tät medizinischer Informationen in Wikipedia-Artikeln
    primär Wiki­pe­di­a-Ar­ti­kel "Schwer­es A­ku­tes Atem­wegs­syn­drom"
    sekundär Fach­zeit­schrif­ten­auf­satz "Sind me­di­zi­nisch­e und Ge­sund­heits­in­for­mati­onen auf In­ter­net­sei­ten von Wi­ki­pe­di­a e­vi­denz­ba­siert?" (In­grid Mühl­hau­ser et al.)
    tertiär Google Schol­ar

Während Tertiärquellen reine Recherchehilfen sind, bilden die Primär- und Sekundärquellen die inhaltliche Grundlage Ihrer Arbeit. Es gilt die Belegpflicht: Inhalte, die Sie in Form von wörtlichen oder sinngemäßen Zitaten übernommen haben, müssen als solche kenntlich gemacht und dokumentiert werden. Hierzu wird meist die Kurzbeleg-Technik genutzt: Das Zitat wird um einen Beleg (in einer Textklammer oder Fußnote) ergänzt. Dieser erlaubt es dem Leser, die bibliographischen Angaben der Quelle in einem gesonderten Literaturverzeichnis zu finden und nachzuschlagen. Als Belege werden z. B. Referenznummer verwendet (→ durchnummeriertes Literaturverzeichnis) oder die Kombination Nachname (Jahr) etc. Ein Beispiel im Autor-Jahr-Fußnoten-Stil:



Literaturverzeichnis

Frege, Gottlob (20­07): Be­griffs­schrift und an­dere Auf­sätze, Hil­des­heim: Olms.

Shapiro, Stewart (19­83a): Con­ser­va­tive­ness and In­com­plete­ness, Jour­nal of Phil­o­so­phy, 80, S. 521-531.

Shapiro, Stewart (19­83b): Mathe­ma­tics and Re­ali­ty, Phil­o­so­phy of Sci­ence, 50, S. 523-548.
Kurz­belege im Text Voll­belege im Li­tera­tur­ver­zeich­nis

Grundsätzlich gilt: Das Literaturverzeichnis enthält alle und nur alle Dokumente, die Sie in Ihrem Text angeführt oder zitiert haben – inklusive Webseiten, Arbeitspapiere, E-Mails oder YouTube-Videos etc. (Ausnahmen sind z. B. juristische Arbeiten, die gesonderte Verzeichnisse für Gesetzestexte und Rechtsprechung enthalten.) Ihren Prüfern und Dozenten bietet es die Möglichkeit, die von Ihnen verarbeitete Literatur zu überblicken und Ihre Rechercheleistung zu benoten. Übliche Bewertungskriterien sind: (a) Zitierwürdigkeit, (b) Zitierfähigkeit und (c) Relevanz.


2.2 Zitierwürdigkeit

Das Kriterium der Zitierwürdigkeit bezieht sich auf die inhaltliche Qualität eines Dokuments: Eine Quelle gilt genau dann als zitierwürdig, wenn sie (a) als Primärquelle verwendet wird und den wissenschaftlichen Standards für Primärquellen genügt, oder wenn sie (b) als Sekundärquelle genutzt wird und den wissenschaftlichen Standards für Sekundärquellen entspricht. Ob eine Quelle dies im Einzelfall tut oder nicht, ist nicht immer einfach zu sagen. Als Indizien lassen sich anführen:

Primärquellen: Indizien für Zitier­würdig­keit
Urheber oder Verant­wort­licher sind an­ge­ge­ben; Echt­heit ist ge­sich­ert.
Daten wurden nach an­er­kann­ten wis­sen­schaft­lichen Me­tho­den er­ho­ben (nach­prüf­bar, re­prä­sen­ta­tiv, mit Kon­troll­grup­pe; bei Fra­ge­bö­gen: ein­deu­ti­ge, neu­tra­le Fra­ge­for­mu­lier­ung­en etc.).
Daten sind um Meta­da­ten er­gänzt, wel­che über ihr­en Hinvter­grund in­for­mier­en, al­so über den The­orie­rah­men, die zu­grun­de lie­gen­de For­schungs­fra­ge, das Un­ter­such­ungs­de­sign etc.
Sekundärquellen: Indizien für Zitier­wür­dig­keit
Au­tor und Heraus­ge­ber be­sitz­en ei­nen wis­sen­schaft­lichen Hin­ter­grund.
Text wird als wis­sen­schaf­tlich­es Do­ku­ment prä­sen­tiert ('wis­sen­schaft­liche' Auf­machung; Ver­öf­fent­lichung in ei­nem wis­sen­schaft­lich­en Kon­text).
Text weist ty­pisch­e Merk­ma­le wis­sen­schaft­lich­er Do­ku­men­te auf:
- Quel­len­an­ga­ben und Litera­tur­ver­zeich­nis,
- Glie­der­ung und kla­re Struk­tur,
- aus­for­mu­lier­ter Text, sach­liche, wert­neu­tra­le Sprache (insb. Ver­wen­dung von: For­meln, For­ma­li­sier­ung­en),
- In­hal­te, die über (fach­spe­zi­fisches) All­ge­mein­wis­sen hi­naus­geh­en.

Für Ihre Seminar-, Abschluss- oder Doktorarbeit gilt: Abgesehen von begründeten Ausnahmen sollte Ihr Literaturverzeichnis ausschließlich – oder beinahe ausschließlich – zitierwürdige Quellen verzeichnen. Folgende Dokumentarten sind als Sekundärquellen ungeeignet:

  • Ratgeberliteratur, z. B. "Das große 1 × 1 der Erfolgs­stra­te­gie",
  • Praktikerzeitschriften, z. B. "Mana­ger-Ma­ga­zin",
  • Boulevard- oder Qualitätspresse, z. B. "BILD" oder "Die ZEIT",
  • Populärwissenschaftliche Bücher oder Zeitschriften, z. B. "P. M. – das Ma­ga­zin",
  • Firmenwebsites, z. B. "www.macdonalds.com",
  • Wikipedia, anonyme Web­sites,
  • Seminar- und Übungsar­beiten,
  • Vorlesungsskripte.

In einer Grauzone liegen Lehr- und Studienbücher. Der Übergang zur Fachliteratur kann hier fließend sein. Diplom-, Magister- und Masterarbeiten sollten eher vermieden werden, auch wenn sie in Einzelfällen zitierwürdig sind.


2.3 Zitierfähigkeit

Das Kriterium der Zitierfähigkeit zielt nicht auf die Qualität eines Dokuments, sondern auf seine Überprüfbarkeit: Eine Quelle gilt genau dann als uneingeschränkt zitierfähig, wenn sie von Dritten ohne besondere Kontakte oder Privilegien eingesehen werden kann. Bei uneingeschränkt zitierfähigen Dokumenten ist gewährleistet, dass ihre Inhalte und deren korrekte Wiedergabe von Dritten geprüft werden können. Beispiele für uneingeschränkt zitierfähige Dokumente sind:

  • Bücher und Aufsätze, die über einen Verlag veröffentlicht worden sind,
  • Inhalte von Datenbanken, die frei oder gegen Bezahlung zugänglich sind,
  • open-access-Dokumente etc.

Nicht uneingeschränkt zitierfähige Dokumente sind dagegen:

  • Vorlesungsskripte (wenn sie nur Angehörigen einer bestimmten Hochschule zugänglich sind),
  • interne Firmen- und Arbeitspapiere,
  • private Forschungsdaten,
  • private E-Mails.

Für Ihre Seminar-, Abschluss- oder Doktorarbeit gilt: Abgesehen von begründeten Ausnahmen sollte Ihr Literaturverzeichnis nach Möglichkeit nur uneingeschränkt zitierfähige Quellen verzeichnen – oder Quellen, für die Folgendes gilt:

  • Der Rechteinhaber der Quelle ist mit der Verwendung einverstanden (Klärung z. B. über eine persönliche Anfrage).
  • Die Quelle ist Ihren Lesern (zumindest in wichtigen Auszügen) über einen Anhang zugänglich gemacht.

2.4 Relevanz

Bei der Bewertung der Literaturgrundlage spielen nicht nur die Qualität und die Überprüfbarkeit der Quellen eine Rolle. Von Bedeutung ist auch die Frage, inwieweit Ihre Textauswahl der gegenwärtigen Forschungsdiskussion gerecht wird (im Rahmen der Ansprüche, die an Seminar-, Abschluss- oder Doktorarbeiten gestellt werden). Um sie zu beantworten, bedienen sich Prüfer und Dozenten verschiedener Behelfskriterien: (a) Bedeutsamkeit, (b) Aktualität, (c) Anzahl und ggf. (d) Sprache.

  • Bedeutsamkeit: Häufig gibt es zu einem Thema oder einer Forschungsfrage Texte, die sich in besonderer Weise auszeichnen und die Diskussion maßgeblich beeinflussen – etwa, weil das Thema in ihnen das erste Mal aufgebracht wurde (historische Bedeutung) oder weil die enthaltenen Überlegungen weiterhin forschungsbestimmend sind. Solche 'prominente' Quellen sollten sich im Literaturverzeichnis wiederfinden.

  • Aktualität: Analysen, Modelle und Theorien, die vor einigen Jahren den Stand der Forschung gebildet haben, können heute als überholt oder Allgemeinwissen gelten. Das Literaturverzeichnis Ihrer Arbeit sollte daher einen größeren Anteil aktueller Quellen verzeichnen. Was genau unter "aktuell" zu verstehen ist, hängt von der jeweiligen Forschungslage ab. Als Orientierungshilfe lässt sich nennen:
    aktuell = aus den letzten drei Jah­ren
  • Anzahl: Wissenschaftliche Fragen werden in der Regel nicht von einer einzelnen Person diskutiert und geklärt. Stattdessen arbeiten viele Wissenschaftler an einer Lösung, wobei sie zahlreiche Texte schreiben und veröffentlichen – zum Teil mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Ansätzen, Interpretationen und Ergebnissen. Das Literaturverzeichnis Ihrer Arbeit sollte daher eine angemessene Zahl verschiedener Quellen verzeichnen. Typische Faustregeln sind:
    Faustregel I: Zahl der Text­seiten ≤ Zahl der Ein­träge im Li­tera­tur­ver­zeich­nis
    Faustregel II: vier bis acht Quel­len je ein­e Woche Be­ar­bei­tungs­zeit
  • Sprache: Viele Forschungsbeiträge werden in englischer Sprache veröffentlicht – der derzeitigen Lingua franca der Wissen­schaften (Verkehrs- und Austauschsprache). Englisch­sprachige Doku­mente aus­zu­klammern, könnte heißen, wichtige Unter­suchungen und Ergeb­nisse außer Acht zu lassen.

Die genannten Orientierungshilfen sind keine festen, unumstößlichen Vorgaben. Formulierungen wie "größerer Anteil" und "angemessene Zahl" zeigen, dass die Auswahl der Literaturgrundlage an die jeweiligen Besonderheiten anzupassen ist. In einer reinen Theoriearbeit werden Sie vermutlich mehr Quellen heranziehen müssen als in einer Arbeit, in der Sie hauptsächlich eine eigene empirische Untersuchung vorstellen und analysieren. Ob die Verwendung englischsprachiger Quellen bewertungsrelevant ist, hängt von den Maßgaben Ihrer Dozenten ab.


2.5 Wissenschaftliche Literatur: Sonderpunkte

Recherchieren Sie nach Quellen, kann es hilfreich sein, einige Begriffe aus der Welt der wissenschaftlichen Literatur zu kennen. Sie werden Ihnen im Laufe des Kurses wiederbegegnen.

  • Unselbständig erschienene Literatur: in sich geschlossene Texte (mit Autor und Titel), die als Teil eines übergeordneten, selbständig erschienenen Dokuments veröffentlicht worden sind. Beispiele:
    selbständig er­schie­nene Quel­len unselbständig er­schie­nene Quel­len
    Fachzeit­schrift (eine Aus­ga­be) Auf­satz in Fach­zeit­schrift
    Zei­tung (eine Aus­ga­be) Ar­tikel in Zei­tung
    Sam­mel­werk Beitrag in Sam­mel­werk
    Kon­gress­band Bei­trag in Kon­gress­band
    Fach­buch - [Ent­sprech­ung: Kapi­tel im Buch]
  • Graue Literatur: Texte, die nicht von Verlagen herausgebracht worden sind und nicht über den Buchhandel vertrieben werden. Zu Ihnen gehören typischerweise:

    • Vorlesungsskripte,
    • Projekt- und Forschungsberichte,
    • Bilanzen,
    • Wirtschaftspläne,
    • Preprints (Vor­abver­si­onen noch un­ver­öf­fent­lichter Auf­sätze),
    • Abschlussarbeiten.

  • ISBN (Internationale Standardbuchnummer): Nummer, die insbesondere Verlagsbüchern verliehen wird, um sie eindeutig zu kennzeichnen. Unterschiedliche Auflagen eines Buches besitzen unterschiedliche ISB-Nummern. Mit Literatur­ver­waltungs­pro­gram­men wie Citavi können Sie über eine ISBN die bib­lio­graphischen An­gaben eines Buchs abrufen und in Ihre Literatur­daten­samm­lung einspielen.

  • ISSN (Internationale Standard-Seriennummer): Nummer, die u. a. Fachzeitschriften zugewiesen wird, um sie auf eindeutige Weise zu kennzeichnen. Jedes Heft einer Zeitschrift besitzt dieselbe ISSN. Allerdings wird zwischen der gedruckten und der elektronischen Version einer Zeitschrift unterschieden. Sie besitzen unterschiedliche ISS-Nummern.

  • DOI (Digital Object Identifier): dauerhafter und zitierfähiger Identifikator für elektronische Dokumente, insbesondere für Online-Fachzeitschriftenartikel und E-Books (Beispiel: 10.1038/35057062, oder als URL: http://dx.doi.org/10.1038/35057062).

  • JIF (Journal Impact Factor): Angabe, wie häufig die Artikel einer Zeitschrift im Durchschnitt in anderen wissenschaftlichen Texten zitiert worden sind. Er wird als Indiz für die Qualität einer Zeitschrift genutzt.

  • Fachzeitschriften-Rating: Einschätzung des Stellenwerts von Fachzeitschriften durch verschiedene Institutionen. Beispiel: Rating wirtschaftswissenschaftlicher Zeitschriften durch den Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB). Zu finden auf www.vhbonline.org unter "Service" und "VHB-Jourqual".

  • Stichwort: Wort, das buchstabengetreu im Titel (oder auch: im Volltext) eines Dokuments vorkommt. Stichwörter müssen nicht unbedingt den Inhalt eines Dokuments charakterisieren: Ein Buch mit dem Titel "Das weiße Gold" enthält als Stichwort "Gold", handelt jedoch nicht von Gold, sondern von Porzellan, Marmor, Baumwolle oder Spargel etc.

  • Schlagwort: Wort, das einem Dokument 'von außen' zugewiesen wird, um dessen Inhalt zu charakterisieren. Schlagwörter werden in Rückgriff auf einer normierte Wörterliste vergeben (beispielsweise durch wissenschaftliche Bibliothekare), so dass alle Texte, die einen bestimmten Themenaspekt behandeln (z. B. 'Tiermedizin'), dasselbe Schlagwort erhalten (z. B. "Veterinärmedizin") – unabhängig davon, ob es im eigentlichen Text verwendet wird oder nicht.

2.6 Quizfragen

1.

Angenommen, Sie benutzen in Ihrer Arbeit die Kurzbeleg-Technik. An welcher Stelle sollten Sie die bibliographischen Angaben eines von Ihnen zitierten Internetdokuments platzieren (also die Angaben Autor, Titel, Veröffentlichungsjahr, Link, Datum letzter Abruf)?

a)Nirgendwo. Es reicht, den Link in eine zum Zitat gehörige Fußnote zu setzen.
b)In die zum Zitat gehörige Fußnote.
c)In das Literaturverzeichnis (wie im Fall von gedruckten Dokumenten).
d)In ein gesondertes Internetquellenverzeichnis.

Lösung ein/aus

2.

Sie haben sich entschieden, eine Arbeit zur philosophischen Realismus-Antirealismus-Debatte zu schreiben. In einem Sammelwerk stoßen Sie auf den Aufsatz "Realismus und die Theorie der Bedeutung", verfasst von einem Autor namens Michael Dummett. Der Text ist zweiunddreißig Seiten lang, enthält keine Formeln und die wenigen Unterüberschriften sind nicht nummeriert. Belege gibt es wenige, das Literaturverzeichnis nennt gerade einmal vier Quellen. Steht damit fest: Der Text ist nicht als Sekundärquelle geeignet?

Lösung ein/aus

3.

Studien zufolge gibt es keinen nennenswerten Unterschied zwischen der Qualität von Wikipedia-Artikeln und der Qualität von Artikeln aus klassischen Allgemeinlexika wie der Encyclopædia Britannica oder dem Brockhaus. Ist das Verbot, Wikipedia-Artikel als Sekundärquellen zu nutzen, damit als überholt erwiesen? (Mehrfachnennung möglich)

a)Ja, die Studien zeigen: Das Verbot stammt von Professoren, die die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben!
b)Nein, die Studien sind fragwürdig.
c)Nein, Artikel aus der Encycloædia Britannica oder aus dem Brockhaus sollten ebenfalls nicht als Sekundärquellen zitiert werden.
d)Nein, Zitierwürdigkeit ist keine Frage der Qualität, sondern der Nachprüfbarkeit.

Lösung ein/aus

4.

Wäre der Text dieses Kurses als Sekundärquelle für eine wissenschaftliche Arbeit geeignet?

Lösung ein/aus

5.

Kann es in einer Arbeit angebracht sein, einen BILD-Zeitungsartikel zu zitieren?

Lösung ein/aus

6.

Sind PDF-Dateien uneingeschränkt zitierfähige Quellen?

a)Nein, die Adressen der Dateien können sich ändern, so dass sie für Dritte nicht mehr zugänglich sind.
b)Nein, es sei denn, sie liegen auf einem open-access-Server.
c)Ja, solange sie frei oder gegen Bezahlung zugänglich sind.

Lösung ein/aus

7.

Thema 'wissenschaftliche Arbeiten': Was ist ein Sperrvermerk?

a)Eine Liste mit Autoren, deren Werke aus politischen Gründen nicht zitiert werden dürfen.
b)Vermerk des Prüfers, dass die Arbeit wegen Plagiatsverdachts nicht in den Bibliothekskatalog aufgenommen werden darf.
c)Möglicher Bestandteil einer Abschlussarbeit, der hinter dem Titelblatt zu finden ist und die Weitergabe der Arbeit an Dritte unterbindet.
d)Anmerkung des Prüfers, dass Einträge im Literaturverzeichnis "gesperrt" zu formatieren sind.

Lösung ein/aus

8.

Ihre Seminararbeit ist zwanzig Seiten lang, Ihr Literaturverzeichnis verzeichnet zwölf Dokumente. Haben Sie zu wenige Quellen genutzt?

a)Ja.
b)Nein, alles über zehn Quellen ist grundsätzlich in Ordnung.
c)Das lässt sich so nicht beantworten.

Lösung ein/aus

9.

Unter den siebzehn Quellen Ihres Literaturverzeichnisses befinden sich u. a. vier Quellen aus den 1990er Jahren. Ist das zulässig?

a)Ja.
b)Nein, solche alten Schinken haben in einer Arbeit prinzipiell nichts zu suchen!
c)Nein, es sei denn, das Thema der Arbeit wurde zuletzt in den 1990er Jahren wissenschaftlich diskutiert.

Lösung ein/aus

10.

Auf der Seite des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e. V. wird der Zeitschrift Academy of Management Review das höchste Rating A+ zugewiesen. Was bedeutet dies für die Verwendung der Zeitschrift als Sekundärquelle?

a)Nichts, solche Ratings sind lobby-gesteuert und besitzen im Grunde keine Aussagekraft.
b)Nichts, solche Ratings sind nur für Hochschullehrer und Bibliotheken von Interesse.
c)Viel, es sind qualitativ hochwertige Aufsätze zu erwarten.

Lösung ein/aus

11.

Bei welchen der folgenden Ausdrücke handelt es sich um Titelstichwörter der Pressemitteilung "Grünes Benzin aus Kohlenstoffdioxid"? (Mehrfachnennung möglich)

a)"grün"
b)"Kohlenstoffdioxid"
c)"Kohlenstoffdioxide"
d)"CO2"

Lösung ein/aus


Zugrunde gelegte Literatur

Die anfangs vorgestellte Unterteilung in Primär-, Sekundär- und Tertiär­quellen ist Niedermeier (2010) entnommen. Eine alternative Verwendung der drei Ausdrücke findet sich beispiels­weise in Brink (2013). Allgemeine Informationen zu Anforderungen an Quellen können Sie in zahlreichen Rat­gebern zum wissenschaft­ichen Arbeiten nachlesen. Stellvertretend wurden hier Brink (2013), Ebster / Stalzer (2013), Theisen (2013) und Weber (2013) heran­gezogen. Wer sich für die Diskussion um die Qualität von Wikipedia-Artikel interes­siert, sei auf Giles (2005) und Encyclopædia Britan­nica (2006) ver­wiesen.

  • Brink, Alfred (2013): Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten. Ein prozessorientierter Leitfaden zur Erstel­lung von Bachelor-, Master- und Diplom­arbeiten in acht Lern­einheiten, 5. Aufl. Wies­baden: Springer.
  • Ebster, Claus / Stalzer, Lieselotte (2013): Wissenschaftliches Arbeiten für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, 4. Aufl. Wien: WUV.
  • Encyclopædia Britannica (2006): Fatally Flawed. Refuting the Recent Study on Encyclopedic Accuracy by the Journal Nature, Encyclopædia Britan­nica Inc., on­line un­ter: http://corporate.britannica.com/britannica_nature_response.pdf, letzter Ab­ruf: 16.06.2015.
  • Giles, Jim (2005): Internet Encyclopaedias Go Head to Head, Nature 438, S. 900-901, on­line unter: http://dx.doi.org/10.1038/438900a, letzter Abruf: 16.06.2015.
  • Niedermair, Klaus (2010): Recherchieren und Dokumentieren. Der richtige Umgang mit Literatur im Studium, Wien: UTB.
  • Theisen, Manuel (2013): Wissenschaftliches Arbeiten. Technik, Methodik, Form, 16. Aufl. Mün­chen: Franz Vah­len.
  • Weber, Daniela (2013): Die erfolgreiche Abschluss­arbeit für Dum­mies, 2. Aufl. Wein­heim: Wiley.

Stand: 19.12.2015, S. Bagusche

 

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